Ich, meine Doppelgängerin,
sollten uns nie begegnen,
suchten heimlich einander,
zwischen den Ruinen
all unserer Leben.
Etwas würde passieren,
etwas Undenkbares –
In einer Neumondnacht
blieb ich vorm großen Spiegel
im Salon stehen,
legte beide Hände flach
auf die kühle Nicht-Welt,
lehnte meine Stirn
an das unsichtbare Silber,
und da fiel sie mir in die Arme,
um den Hals.
Wir sanken zu Boden,
Zeit und Raum um uns wirbelnd,
Mond und Sonne für einen Moment
glückselig am Horizont nebeneinander.
Seither schreie ich mir
die Seele aus dem Leib,
stumm, lächelnd.
Und alles, was davon bleibt,
sind Worte wie auf Papier geküsst.